Alles in allem war es ein sehr entspanntes Wochenende für Holger Stanislawski, den Trainer des FC St. Pauli. Die Teilnahme an dem Blitzturnier in Kassel, in welchem seine Mannschaft am Sonnabend auf den Hessenligisten KSV Baunatal (1:0) und Regionalligisten KSV Hessen Kassel (1:1) traf und als Gesamtsieger hervorging, ließ sich unter aktiver Erholung verbuchen.

Insgeheim hatte Stanislawski bereits im Vorfeld des Turniers seinen Blick längst - gewissermaßen über Kassel hinaus - auf die nächsten Aufgaben gerichtet. Schon am kommenden Freitag werden die Braun-Weißen erneut - wie schon in den Partien gegen Kaiserslautern und in Bielefeld in dieser Saison - eine handelnde Rolle in einem Spitzenspiel der Zweiten Liga einnehmen. Um 18 Uhr (Sky live) tritt der aktuelle Tabellenvierte FC St. Pauli beim unmittelbaren Verfolger Rot-Weiß Oberhausen, der positiven Überraschung der Saison, an. Dass die ersten beiden Duelle auf Top-Niveau in der Zweiten Liga jeweils mit 1:2 (Lautern) und 0:1 (Bielefeld) verloren gingen, führt allem Anschein nicht dazu, dass Stanislawski zu einer schlechteren Bewertung des ersten Saisonviertels kommt.

"Unter dem Strich ist uns ein guter Start in die Saison gelungen. Wir sind in der Lage, in der Tabelle ganz oben dabei zu bleiben", sagte Stanislawski. Die Zahlen geben ihm recht. Im Vergleich zur vergangenen Saison ist allein bei der Punktezahl ein deutlicher Fortschritt erzielt worden, ganz abgesehen von der Spielweise. Damals waren es zehn Punkte, jetzt sind es 16 Zähler. Zudem können die Hamburger die beste Offensive der Zweiten Liga (20 Treffer) und die beste Tordifferenz (plus elf) aller 18 Mannschaften vorweisen. "Ich habe jetzt alle Teams mindestens einmal gesehen. Und ich muss sagen, dass wir zu Recht in der Spitzengruppe dabei sein", sagt Stanislawski.

Anders als St. Pauli hat es der kommende Gegner Oberhausen mit Minimalismus weit gebracht. Mit 9:9 Toren und drei 1:0-Siegen haben die Rot-Weißen genauso wie St. Pauli 16 Punkte erreicht. Schon vor diesem Hintergrund rechnet Stanislawski für die Partie am Freitag im Niederrheinstadion mit einem Geduldsspiel.

Das danach folgende Heimspiel gegen Energie Cottbus am 25. Oktober wird das letzte sein, das im Millerntor-Stadion in seinem derzeitigen Erscheinungsbild mit drei alten Tribünen und der neuen Südtribüne stattfindet. Die Klubverantwortlichen haben entschieden, an ihrem ursprünglichen Plan festzuhalten und mit den Abrissarbeiten erst nach dem Spiel gegen Cottbus, genauer am 27. Oktober, zu beginnen. Geschäftsführer Michael Meeske sagte dazu: "Der zeitliche Gewinn wäre in Relation zum Ausfall der Ticket-Erlöse des Cottbus-Spiels zu gering gewesen." Somit stehen nun noch 3000 Sitzplatzkarten für die Partie gegen den Bundesliga-Absteiger zur Verfügung.

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